Mit Taschengeld zu den Taliban – Deutschland darf gefährdete Afghan:innen nicht im Stich lassen

Zu den Geldangeboten an gefährdete Afghan:innen mit Aufnahmezusage, die sich in

Pakistan befinden, erklärt die migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Steffi

Pulz-Debler:

„Kaum ein Tag vergeht, an dem sich die Bundesregierung nicht mit

menschenfeindlichen Entscheidungen hervorhebt. Dieses Mal trifft es erneut die

gefährdeten Afghan:innen, die eigentlich eine Aufnahmezusage von Deutschland

haben und wartend in Pakistan festsitzen. Bereits im Frühjahr hat der Bund das

Aufnahmeprogramm Afghanistan gestoppt – mit fatalen Folgen für all jene, die in

Pakistan auf ihre Ausreise warten. Diese Menschen haben sich gegen die Taliban

gestellt, sie waren unsere Partner:innen. Schon der Stopp des Aufnahmeprogramms

war ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich mutig gegen die Taliban eingesetzt haben.

Die darauffolgende Entscheidung, selbst Menschen mit einer Aufnahmezusage nicht

mehr nach Deutschland einreisen zu lassen, wurde zu Recht skandalisiert. Gerichte

haben klar entschieden, dass Deutschland zur Aufnahme verpflichtet ist. Doch die

Bundesregierung scheint sich weder an Recht noch an ihre Zusagen gebunden zu

fühlen.

Den Betroffenen nun Geld anzubieten, damit sie nach Afghanistan zurückkehren, ist

der traurige Höhepunkt dieser menschenverachtenden Politik. Geld schützt nicht vor

den Taliban. Wer zurückkehrt, riskiert Verfolgung, Haft, Folter oder Schlimmeres –

viele werden dort als Verräter:innen betrachtet, weil sie mit westlichen

Organisationen zusammengearbeitet oder sich gegen die Taliban gestellt haben.

Als Linksfraktion steht für uns fest: Deutschland darf sein Wort nicht brechen.

Menschenrechte sind keine Verhandlungsmasse! Den gefährdeten Afghan:innen muss

Sicherheit geboten werden – in Deutschland.“